IDO
Ido: Der Reformversuch zur Perfektionierung des Esperanto
Ido wurde 1907 von einer Gruppe von Linguisten und Interlinguisten (darunter Louis Couturat und Léopold Leau) im Rahmen der Délégation pour l’Adadoption d’une Langue Internationale Auxiliary entwickelt. Das Wort „Ido“ stammt selbst aus dem Esperanto und bedeutet „Sprößling“ oder „Nachkomme“. Ziel war es, Esperanto von seinen vermeintlichen Schwächen zu befreien und die Sprache noch natürlicher, logischer und europäischer zu gestalten.
Die wichtigsten Reformen und Änderungen gegenüber Esperanto:
- Sonderzeichen und Alphabetsystem:
- Verzicht auf Diakritika: Die speziellen Esperanto-Buchstaben mit Zirkumflex bzw. Breve (
ĉ,ĝ,ĥ,ĵ,ŝ,ŭ) wurden vollständig abgeschafft. - Verwendung des Standard-Lateinalphabets: Ido nutzt ausschließlich die 26 Buchstaben des lateinischen Alphabets. Statt der Sonderzeichen werden vertraute Buchstabenkombinationen wie
chodershverwendet, was die Eingabe auf Standard-Tastaturen erleichtert.
- Verzicht auf Diakritika: Die speziellen Esperanto-Buchstaben mit Zirkumflex bzw. Breve (
- Flexiblere Wortbildung und Phonetik:
- Kein obligatorischer Akkusativ: Während im Esperanto die Akkusativendung
-nzwingend vorgeschrieben ist, entfällt das Akkusativ-nin Ido bei normaler Satzstellung (Subjekt-Verb-Objekt). Es kann optional genutzt werden, wenn die Satzstellung verändert wird. - Pluralbildung: Der Plural wird nicht mehr durch das Anhängen von
-jgebildet (z. B. Esperanto: la bona domoj), sondern durch das Ersetzen der Endung-odurch-i(Ido: la bona domi). Adjektive bleiben im Plural unverändert.
- Kein obligatorischer Akkusativ: Während im Esperanto die Akkusativendung
- Größere Wortschatz-Nähe zu romanischen Sprachen:
- Natürlicheres Vokabular: Viele Stammwörter wurden so angepasst, dass sie den großen westeuropäischen Sprachen (Französisch, Italienisch, Spanisch, Englisch) näher kommen.
- Vermeidung künstlicher Antonyme: Im Esperanto werden Gegenteile oft durch das Präfix mal- gebildet (z. B. bona = gut, malbona = schlecht; juna = jung, maljuna = alt). Ido führt für häufige Gegenteile eigenständige Wurzeln ein (bona / Mala, yuna / evosa bzw. vieux), um den Wortschatz natürlicher wirken zu lassen.
- Logischere Grammatik und Suffix-System:
- Das System der Derivation (Wortableitung) wurde strenger mathematisch und logisch strukturiert, um Ambiguitäten bei der Umwandlung von Substantiven, Verben und Adjektiven auszuschließen.
In Berlin findet regelmäßig ein Treffen der Deutschen Ido-Gesellschaft statt. Seit einiger Zeit wird auch ein Treffen per Zoom angeboten.
