Eurolingua

Eurolingua ist ein Plansprachenprojekt des Erasmus-Instituts für Interlingua e. V. in Recklinghausen, das auf den Arbeiten der International Auxiliary Language Association (IALA) und deren Sprache Interlingua aufbaut.

Eurolingua richtet sich noch stärker als Interlingua am Durchschnitt der modernen europäischen Sprachen aus. Ziel ist es, die sprachliche Verständigung in Europa zu erleichtern und die Herausbildung einer gemeinsamen europäischen Identität zu fördern.

Die wichtigsten Merkmale und Unterschiede zu Interlingua:

  • Vereinfachte & phonetische Schreibweise:
    • Orientierung an einer eher phonetischen Rechtschreibung (wie im Italienischen oder Spanischen).
    • Verwendung von Akzentzeichen (') bei Abweichungen von der Hauptbetonungsregel (z. B. nómine statt nomine).
    • Verzicht auf stummes h (z. B. tema statt thema, teoría statt theoria).
    • Ersatz von ph durch f (z. B. filosofía, fotografía, fonétic).
    • Ersatz von y durch i (z. B. tímpano, sintaxe).
  • Geschlechtergerechte Sprache (-o, -a, -e-Regel):
    • Eindeutige Kennzeichnung der Geschlechter: -o für männlich, -a für weiblich und -e für neutral bzw. divers.
    • Beispiel: pianisto (männlicher Pianist), pianista (weibliche Pianistin), pianiste (neutral/generisch).
    • Bildung eines echten generischen Neutrums (z. B. schließt pianistes alle Geschlechter gleichermaßen ein).
  • Anpassung der Personalpronomen:
    • Die -o, -a, -e-Logik überträgt sich auch auf Pronomen:
      • illo = er
      • illa = sie
      • ille = es / neutral
  • Modernisiertes Vokabular:
    • Berücksichtigung der Sprachentwicklung seit dem Interlingua-English Dictionary (1951).
    • Stärkere Ausrichtung auf internationale Bekanntheit statt auf klassisches Latein (Verzicht auf rein klassisch-lateinische Wörter wie olim oder postquam).
    • Vermeidung unnötiger Synonyme für denselben Begriff (Vermeidung von Mehrfachformen wie uxor, sposa, sponsa, marita).