Globisch
Das Konzept Globish: Leicht verständliches Englisch als pragmatischer Kompromiss?
Globish (ein Kofferwort aus Global und English), entwickelt von dem Franzosen Jean-Paul Nerrière, ist keine neue Kunstsprache, sondern eine stark vereinfachte, hochgradig strukturierte Variante der englischen Sprache. Das System basiert auf einem reduzierten Wortschatz von genau 1.500 Wörtern, kurzen Sätzen und einer stark vereinfachten Grammatik.
In der Diskussion um eine gemeinsame europäische Verkehrssprache wird Globish häufig wegen zweier spezifischer Argumente ins Feld geführt:
1. Die verringerte Hürde: Die Basis ist bereits vorhanden
- Niedrige Einstiegsschwelle: Die überwiegende Mehrheit der europäischen Bürgerinnen und Bürger lernt Englisch bereits in der Schule oder kommt im Alltag ständig damit in Berührung.
- Pragmatismus: Im Gegensatz zu komplett neuen Systemen muss keine völlig neue Grammatik oder ein neuer Wortschatz von Grund auf gelernt werden. Die Grundvoraussetzungen für Globish sind bei vielen Europäern bereits vorhanden – es geht primär darum, die Sprache auf ein leicht verständliches Minimum zu reduzieren.
2. Das Argument der relativen „Neutralität“
- Chancengleichheit für Nicht-Muttersprachler: Globish versteht sich explizit nicht als die Sprache der Briten oder US-Amerikaner, sondern als reines Werkzeug für die internationale Kommunikation unter Nicht-Muttersprachlern.
- Abbaufactor von Sprachdominanz: Indem komplexe Redewendungen, kulturelle Sonderausdrücke und schwierige Idiome vermieden werden, fällt der Vorteil von Muttersprachlern weg. Auf dem europäischen Kontinent entsteht dadurch ein relativ neutrales Terrain, auf dem alle Beteiligten mit demselben, reduzierten Werkzeugkasten kommunizieren.
